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Corona-Sextrends: So haben sich die Vorlieben der Deutschen in der Krise verändert

Krisen machen machen erfinderisch, auch die Coronakrise: So entstanden in den letzten Monaten Phänomene wie Corona-Pornos und Gruppen-Sexpartys bei Anbietern für Videokonferenzen wie Zoom. Wie unsere aktuelle Studie zeigt, stieg jedoch auch das Interesse an gewöhnlichen Sextrends seit dem Ausbruch des Virus stark an. Für die Analyse haben wir mithilfe von Google Adwords untersucht, wie sich das Suchvolumen der Begriffe Telefonsex, Sexchats, Sexspielzeug und Pornographie verändert hat. Verglichen haben wir dabei die Angaben für April 2019 mit denen für April 2020, und zwar in den 20 größten deutschen Städten. Hier sind unsere Ergebnisse:

Platz 1: Sexspielzeug

Das Interesse an Sex Toys im April 2020 stieg im Vergleich zum Vorjahr um ganze 80  Prozent. Spitzenreiter bei der Suche nach den Gadgets im vergangenen Monat sind dabei Duisburger (136 Prozent Anstieg) und Bochumer (133 Prozent Anstieg). Mehr als verdoppelt hat sich die Nachfrage auch in Bremen, Dresden und Essen (je knapp 130 Prozent). Eine Ausnahme bildet Bielefeld: Nur dort nicht gestiegen und sogar um 18 Prozent gesunken.


Platz 2: Telefonsex

Mit den Kontaktbeschränkungen muss auch die schönste Nebensache der Welt vorerst ausfallen. Dank moderner Technologie besteht aber die Möglichkeit zu sinnlichen Telefonaten. Diese erfreuen sich großer Nachfrage: Im Schnitt interessierten sich die Deutschen im April 2020 fast um 70 Prozent mehr für Telefonsex als im April des Vorjahres. 

Essen belegt dabei den ersten Rang: Verglichen mit 2019 war die Nachfrage nach dem Liebesspiel per Telefon in der Ruhrgebietsstadt dieses Jahr fast dreimal so hoch. Auch in Leipzig und Stuttgart suchten Internetnutzer vermehrt nach dieser Art von Nähe: Dort stieg die Anzahl der Suchen um je rund 130 Prozent.


Platz 3: Sexchats

Erotische Begegnungen per Video bzw. Chat stehen seit der Krise ebenfalls hoch im Kurs: Bundesweit stieg der Bedarf nach sogenannten Sexchats um fast die Hälfte (47 Prozent). In Leipzig hat sich das Suchvolumen fast verdoppelt (90 Prozent). Auch in Bochum (85 Prozent), Wuppertal (83 Prozent) und Dresden (82 Prozent) wurde deutlich öfter nach dem Begriff gesucht als 2019.


Platz 4: Pornographie

Geringer als man vermuten könnte fällt die Zahl der Suchanfragen nach Pornographie aus. Im Schnitt stieg das Interesse an Erotika um knapp 30 Prozent und spielt, im Gegensatz zu Sexspielzeugen und virtuellen bzw. telefonischen Begegnungen, eine deutlich untergeordnete Rolle im Netz. Den Höchstwert der Anfragen erreichen dabei Duisburg und Hannover mit einer Steigerung von 50 Prozent. Knapp dahinter reihen sich Dresden, Essen und Leipzig (je 49 Prozent Anstieg) ein. Nur in Frankfurt am Main stieg das Suchvolumen trotz der Krise nicht an.

Hier findet ihr noch einmal eine Übersicht für alle untersuchten Städte

Über die Untersuchung
Für die Analyse wurden die Begriffe Telefonsex, Sexchat, Sex Toys und Pornos mithilfe von Google Adwords untersucht. Dabei wurde das durchschnittliche Suchvolumen für die jeweiligen Suchbegriffe in den 20 größten deutschen Städten für April 2019 und April 2020 erfasst und anschließend daran die Steigerung des Suchvolumens im Vergleich zum Jahr 2019 ermittelt.

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